Umfassende Landesverteidigung - Konzept taktische Aufrüstung der Umwelt

Endlich wird aufgerüstet! Viel zu lange lag unser wunderschönes Staatsgebiet zwischen Neusiedler- und Bodensee brach und unbeschützt im Osten Mitteleuropas, beinahe angrenzend an unfriedlich gesinnte Staaten. Unsere Regierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich, langsam aber doch, zu einer Wehrdienstreform durchgerungen, mehr Geld für die Heeresverbände gibt es auch, neue Flieger sind bestellt und auch eine europäische Version des Iron Dome lässt nicht mehr lange auf sich warten - entgegen dem Widerstand der "Patrioten" der FPÖ und den "sozialen" "linken" Gruppierungen am anderen Ende des Hufeisens.

Leider geht die Wehrdienstreform nicht weit genug - Ministerin Bauer hat aber schon angekündigt, dass der Zivildienst bald ebenfalls verlängert wird. Gemeinsam mit den Milizübungen haben wir also bald wieder eine adrette, junge, dynamische Truppe, die im Ernstfall einschreitet, um uns vor den Feinden der Freiheit im Osten zu retten. Auch der ORF hat sich schon für die Mission Vorwärts eingeschrieben und begonnen das Programm militaristischer und ihre Rhetorik martialischer zu gestalten (ein Versuch, dem ich hier natürlich auch Folge leisten werde). Wir müssen uns schließlich auch geistig auf einen möglichen Krieg vorbereiten, denn nur so schützt man den Frieden.

Bei allem Lob für die Arbeit unserer Verteidigungsministerin Tanner muss ich aber dennoch Kritik melden, denn auf eine zentrale Komponente wurde bei der Ausarbeitung des Freiheits-Sicherungs-Planes vergessen: das Terrain. Wie sollen Eurofighter sich bei 40 Grad Plus in die Lüfte erheben? Wie sollen Pinzgauer mit ihrem gewaltigen Kühlwasserverschleiß die staubtrockenen Steppenregionen des Burgenlandes überstehen? Wie unsere ehrenhaften Soldaten kämpfen, wenn Muren und Hochwässer ihre Kräfte für den Katastrophenschutz binden?

Es wirkt als wäre der Schlachtplan ohne unsere Kameradin Umwelt gemacht worden. Im weitere werde ich deshalb darlegen, wie wir diese in unsere strategischen nationalen Ziele integrieren können. Es folgt ein 10-Punkte-Plan zur Erweiterung und langfristigen Absicherung der umfassenden Landesverteidigung.

  1. Sicherung des Hinterlandes
    Unter die Sicherung strategischer Tallandschaften fallen Maßnahmen die geeignet sind, Muren, Lawinen, Felsstürze, Überschwemmungen und dergleichen zu verhindern. Die zunehmende Frequenz dieser Naturereignisse bindet regelmäßig Kräfte, die der Landesverteidigung dienen. Adverse Akteure können solche Ereignisse nutzen, um gegen einen reduzierten Truppenkörper anzukämpfen. Kritischer noch: dieselben Akteure könnten im Vorfeld eines geplanten Einmarsches durch Sabotage Felssturzereignisse und Muren vorbereiten. Der Schutz der Hinterlandeslandschaften ist demnach unumgänglich für eine umfassende Landesverteidigung. Empfehlung: Bereitstellung eines Fonds zum Ausbau von Felssicherungsmaßnahmen, Verklausungsschutzkörpern, Lawinenverbauungen, sowie die Sicherung von Zufahrtswegen durch Gräben, taktische Renaturierung (siehe Punkt 3) und Ausgleichsbecken.

  2. Natürliche Panzersperren: Moore
    In Ermangelung effizienter Gegenwehr entgegen einer anzunehmenden feindlichen übermacht an gepanzerten motorisierten Fahrzeugen zur Invasion, schlage ich vor natürliche Panzersperren zu errichten. Eine strategische Analyse der Truppenbewegungen im Ukrainekrieg deutet auf die Verunmöglichung derselben während der "Schlammperiode" im Winter hin. Ähnliche Bedingungen können geschaffen werden, indem Moore, die während des industriellen Ausbaus trockengelegt wurden wieder geschaffen werden. Da die Entwicklung eines Moors mehrere Jahre in Anspruch nimmt, muss jetzt damit begonnen werden. Schweres Gerät ist in Sümpfen und Mooren nicht anwendbar. Die Folge ist die Aufteilung der angreifenden Bodentruppen auf ein weiteres Gelände, das durch die Miliz und Guerillakampftaktiken besser kontrolliert werden kann.

  3. Renaturierung (Aufrüstung) von Flusslandschaften
    Die Renaturierung von Flusslandschaften dient nicht nur zur passiven Unterstützung des Truppenkörpers (siehe Punkt 1). Militärische Manöver sind auf bestehende Infrastruktur angewiesen. Wenn diese durch Katastrophenereignisse unverfügbar ist, wird es unmöglich den aufs ganze Staatsgebiet aufgeteilten Truppenkörper zur effektiven Verteidigung an einem Punkt zu konzentrieren. Vor allem Brücken, die durch die Renaturierung der darunter verlaufenden Flussläufe in ihrer strukturellen Integrität langfristig gestärkt werden helfen beim Transport militärischer Güter und Truppen. Es ist also dringend notwendig begradigte und ausbetonierte Flüsse in ihren natürlichen Zustand zurückzusetzen.

  4. Energie-Autarke Elektroinfrastruktur für TERS
    Elektroenergetisch intensive Anlagen wie das Tiefflieger-Erfassungs-Radar-System TERS stützen sich derweil auf das Vorhandensein fossiler Infrastruktur. Im Falle einer Invasion östlicher Aggressoren ist klar, dass diese Infrastruktur nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen wird. Es ist deshalb ratsam den Ausbau erneuerbarer Energieproduktion weitestgehend fortzutreiben und dabei darauf zu achten, dass an die neue Infrastruktur elektroenergetisch intensive Anlagen des Heeresverbandes überall und jederzeit angeschlossen werden können.

  5. Bäume und wilder Wein statt teuren Drohnennetzen
    Die Verschiebung hin zu drohnenzentrierter Kriegsführung macht Sicherungsmaßnahmen für die lokale Zivilbevölkerung unerlässlich. In der Ukraine finden diese in Form von Drohnennetzen Ausdruck. Diese erfüllen zweierlei Funktion: Tarnung der darunter befindlichen Mobilien sowie Einflugsschutz. Ich schlage hier eine Alternative zu diesen vor: umfassende Begrünung der Städte. Mit Bäumen und wildem Wein ist ähnliche Infrastruktur schaffbar, die zusätzlich zu ihren zwei Primärfunktionen auch eine Abkühlung und damit Brandschutz sowie Gesundheits-Profite für den potenziellen voll mobilisierten Truppenkörper bildet, ohne dabei den Tourismus aufgrund militarisierter Infrastruktur zu schwächen.

  6. Sanierungsoffensive für den Bunkerbau
    Umfassende Landesverteidigung beinhaltet (wie in Punkt 5 schon erwähnt) auch den Schutz des potenziell voll mobilisierten Truppenkörpers ("der Zivilbevölkerung"). Zu diesem Zweck ist es notwendig genügend Schutzräume und Bunkeranlagen zur Verfügung zu stellen. Es ist eine dringende Sanierungsoffensive zum Bunkerbau notwendig. Damit diese populäre Unterstützung findet, sollten in dieser Sanierungsoffensive Heizungs-, Kühl- und Filtersysteme in Gebäuden, deren Bewohner über unzulängliche Finanzmittel verfügen, nachgerüstet werden. Diese Maßnahme sichert auch die Gesundheit der "Zivilbevölkerung".

  7. Sicherung kritischer Ressourcen: Wasser, Luft und Hummus
    Neben Versorgungslinien für Bewaffnung, Munition und Ersatzteilen benötigen Truppen auch Versorgungslinien für Verpflegung. Dazu zählen sauberes Wasser sowie (um Versorgungslinien kurzzuhalten) lokale Nahrungsmittel. Es ist deshalb unerlässlich, dass Maßnahmen zur Sicherung der Wasser und Luftqualität getroffen werden. Auch fruchtbare Böden müssen subventioniert werden, um die lokale Nahrungsmittelproduktion zu sichern, für die auch Frischluft relevant ist. Ein Weiterer Vorschlag für die Erreichung dieser Zielsetung ist die Umstellung der "Zivilbevölkerung" auf vorwiegend pflanzliche Ernährung. Aus neusten Erkenntnissen geht hervor, dass diese Ernährungsweise nicht nur die Bodennutzung optimiert, sondern auch den Truppenkörper fit hält. Der Wasserverbrauch minimiert sich ebenso. Eine optimale Vorbereitung auf die begrenzte Ressourcen-Verfügbarkeit im Einsatzfall.

  8. Taktische Wolfsrudel gegen Putins hybride Kriegsführung
    Hybride Kriegsführung, vorallem im Regime Putin, nimmt immer öfter die Form der Sabotage an. Erst kürzlich wurde ein Strommast durch einen Akt der Sabotage zum Einsturz zu bringen. Einer der Gründe dafür ist die fehlende Überwachung und der fehlende Schutz kritischer Infrastruktur. Aufgrund der derzeitigen Ressourcen- und Personalsituation ist es nicht möglich diese adäquat zu schützen und zu observieren. Eine Alternative sehe ich in der Wiederansiedlung von Bären und Wolfsrudel. Die gewalttätige Natur dieser Raubtiere im Zusammenhang mit einer großen Ausbreitung derselben wird Saboteuren in vielen Fällen entgegenwirken, wie Forschungen im TüPl Allentsteig zeigen. Die Wölfe können zudem mit Trackern und Bodycams ausgerüstet werden, um Gefahren früh zu erkennen und gegebenenfalls durch soldatisches Einschreiten zu unterbinden.

  9. Langfristige Rekrutierungssicherung durch Ressourcenumverteilung
    Die derzeitige Ungleichverteilung gesellschaftlicher Ressourcen, insbesondere der monetären, muss kritisch gesehen werden. Sich verstärkende Ungleichheit und Ungleichverteilung führt, in Zusammenhang mit multiplen Krisen und der politischen Agitation sozialistisch orientierter Akteure zu gesellschaftlichen Unruhen und auf lange Sicht zu revolutionären Situationen. Es ist unnötig darauf hinzuweisen, wie korrosiv diese Entwicklungen für ein stehendes Heer sind. Die Empfehlung ist also gesellschaftliche Ressourcen besser und gleichmäßiger zu verteilen, nur so ist es möglich die Effizienz und Kontrolle des Bundesheeres zu sichern.

  10. Gletscher zum Schutz vor Satellitenaufklärung
    Zuletzt muss auf die schwindenden Gletscher hingewiesen werden. Gletscher reflektieren, durch ihre großen Eisflächen große Mengen Licht. Im Umkreis dieser ist Satelliten- wie auch Luftaufklärung aus diesem Grund ungemein erschwert, weil das Licht die Aufklärungsmechanik blendet. Der fortschreitende Rückgang der Gletscher stellt also ein Sicherheitsrisiko dar, weil strategisch wichtiges Stellungen im Gletscherbereich der Feindaufklärung zum Opfer fallen könnten. Demnach ist es notwendig den Grund für den Gletscherrückgang (den Klimawandel) mit allen Mitteln zu bekämpfen. Zusätzlich zu den vorhergehenden Maßnahmen, die dieses Ziel teilweise unterstützten ist deshalb zu überlegen, fossile Infrastruktur auf öffentliche Verkehrsmittel und den Truppenkörper zu begrenzen.


Achtung: Bereits der erste Satz sollte darauf Hinweisen, dass es sich um Satire handelt; leider gibt es trotzdem Menschen die sich ueber das freuen. Oftmals sind diese dieselben, die sich auch in wohlfeilen Worten ueber die Problem-Forellen im Mittelmeer echauffieren.


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