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Fr 29.04.2022

Nat├╝rlich schaffe ich das nicht! Heute lasse ich ein Seminar ausfallen, um weiter am Serienkonzept zu fuhrwerken. Ich schaufle gro├če Textbl├Âcke hin und her und versuche, in einer energetischen Videokonferenz die Textarbeit mit CL. abzuschlie├čen - aber meine Co-Autorin ist leider krank oder verkatert, was auch immer, und nach einer kurzen Besprechung vergrabe ich mich f├╝r den Rest des Tages in Formulierungen und Qualit├Ątskontrolle.
Bis C. und ich in die Potsdam-Ausstellung gehen, werde ich nicht fertig und nehme mir wieder mal vor, abends weiter zu schreiben. In diesen Tagen zeigt sich, dass ich bestimmte Planungsentscheidungen beim n├Ąchsten Mal anders treffen muss. So f├╝hlt es sich also als Projektleiter an, wenn das Team unter schlechtem Zeit-Management leidet. CL. schneidet eine zweite Fassung des Trailers, die ich stumm im Regio nach Potsdam anschauen muss, weil die Beschallung des ├Âffentlichen Raums eine un├╝berwindbare H├╝rde f├╝r mich geworden ist. Der Trailer gef├Ąllt mir viel besser, als der erste Entwurf.
Vor der Ausstellung h├Âren wir eine Stunde lang den salbungsvollen Worten der "Offiziellen" zu. Auff├Ąllig: ALLE Frauen, die hier ans Mikrofon treten, haben Witz und Energie, ALLE M├Ąnner hingegen haben eine gutv├Ąterliche Gem├╝tlichkeit, mit der ich heute nicht viel anfangen kann. Es sind ein paar Kommiliton:innen gekommen, die aber nach der Er├Âffnung fast genauso schnell wieder weg sind. Ich bin davon entt├Ąuscht, weil ich offizielle Anl├Ąsse immer sehr wichtig finde, um sich selber auf die Schulter zu klopfen und emotional mit einem Projekt abzuschlie├čen. Ein ehemaliger Professor ist auch gekommen. Wir unterhalten uns sehr herzlich und ich denke, dass er verbrauchter aussieht, als bei unserem Studienbeginn 2019/20 - pandemiebedingt haben wir uns seitdem nicht mehr gesehen. Ich sp├╝re, dass er einen alten Konflikt mit der Universit├Ątsleitung noch mit sich tr├Ągt, ├╝ber den ich aber an diesem Abend nicht mit ihm sprechen will.
C. und ich kommen mit Bekannten von ihr, sowie dem Regisseur der Video-Installation und seiner Partnerin ins Gespr├Ąch. Der Abend verplaudert sich bei Gespr├Ąchen ├╝ber Kunst, Ausbeutung k├╝nstlerischer Berufe in Theaterbetrieben und die Strukturen der Filmuniversit├Ąt. Wir sind alle um die 30 Jahre alt. Der Regisseur h├╝pft irgendwann zur DJane auf die B├╝hne, um sich f├╝r die Musik zu bedanken. Wir tanzen nicht.


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