Tag Y+46
November 26, 2025•162 words
Die grauen Türme Kraktons erhoben sich über ihm und blickten mit kalten Blicken wie versteinerte Riesen auf ihn hinunter. Ihr Schweigen hallte in seinen Ohren wie hunderte Schreie zugleich. Langsam erhob sich zwischen ihnen ein großer Feuerball. Der Sonnenaufgang erhellte die grauen Berge von Müll, Schutt und Asche, zwischen denen er langsam wieder zu sich kam.
Er hatte wieder von ihnen geträumt. Ruckartig setzte er sich auf und prüfte rasch seine Umgebung. Erleichtert stelle er fest, dass ein Rucksack noch sicher zwischen den Überresten eines antiken Kühlschranks und einem ausgebrannten Fahrzeug versteckt war. Ohne Vorräte oder sauberem Wasser wäre dies wohl sein letzter Sonnenaufgang gewesen.
Seine Reise durch die gebrochenen Gebeine einer uralten Metropole neigte sich langsam ihrem Ende zu. Vor 46 Tagen hatte er Krakton durch die eingestürzten Metro-Tunnel betreten. Schon als er die riesige Ansammlung von Ruinen zum ersten Mal erblickte, hatte er sich sein Ziel klar und deutlich vorgestellt. Das Amakron-Heiligtum. Ein Licht inmitten ewiger Finsternis. Seine letzte Hoffnung.